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24.09.2019  /  Carolin Primerova
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Ceneri – Die Inbetriebnahme der elektrischen Anlagen.

Ceneri 5 – Die Story zum Film.

Die Arbeiten von cablex für das Projekt Ceneri-Basistunnel sind so gut wie abgeschlossen und es dauert nicht mehr lange, bis im Jahr 2020 regelmässig Züge auf dem Ceneri-Viadukt verkehren. Im September wurden nun die elektrischen Anlagen des Ceneri in Betrieb genommen. Grund genug, um die beteiligten Parteien vor Ort in Vigana zum Interview zu treffen.

Der 15,2 Kilometer lange Ceneri-Tunnel muss über die gesamte Distanz mit Energie versorgt werden. Wie das genau funktioniert, weiss Tom Lobsiger. Im Dorf und in der Stadt übernimmt ein Elektrizitätswerk die Verteilung des Stroms. Im Ceneri-Basistunnel fungiert die ARGE CPC, mit cablex im Lead, sozusagen als Netzbetreiber. "Deshalb sind wir auch für die Betriebssicherheit des Netzes verantwortlich", erklärt Thomas Lobsiger, Head of Inbetriebsetzung/Inbetriebnahme (IBS/IBN).

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Die Einschaltung des Ceneri und der bahntechnischen Gebäude hat gut einen Monat Zeit in Anspruch genommen.


Der Ceneri-Basistunnel wird aus vier verschiedenen Unterwerken (UW) über jeweils eine 16-kV- Leitung eingespeist, im Norden über UW Giubiasco und UW Mt. Carasso und im Süden über UW Vezia 1 und Vezia 2. Ebenso wie in Städten müssen diese Mittelspannungen auch im Ceneri auf die haushaltsüblichen 400 Volt beziehungsweise 230 Volt heruntertransformiert werden.

"Wenn die elektrischen Anlagen nun in Betrieb genommen werden, sind vorgängig umfangreiche Berechnungen über das zu erwartende Verhalten des Netzes während der Einschaltung und des Betriebs notwendig", erklärt Lobsiger. "Alle Einschaltschritte müssen sorgfältig geplant werden. Erst wenn sämtliche Schalthandlungen feststehen und die erforderlichen Kontrollen durchgeführt wurden, kann ein erster Schaltschritt ausgeführt werden", erklärt Lobsiger.

Auf diese Art wird dann das System langsam hochgefahren und über 24 Stunden unter Spannung belassen, um sicher zu sein, dass nicht allfällige Isolationsversager einen Erdschluss erzeugen können.

Die Einschaltung des ganzen Tunnels und der bahntechnischen Gebäude hat gut einen Monat Zeit in Anspruch genommen.

"Die grössten Herausforderungen bestehen - wenn wir das einfach sagen wollen, zum einen in der Energiemenge, die bei einer Fehlschaltung freigesetzt werden kann und zum anderen, in der Gefährdung, die von den hohen Spannungen ausgeht," so Thomas Lobsiger, Head of IBS/ IBN.

Qualitätssicherung und Nachweisführung

Damit die Prüfungen des Eidgenössischen Starkstrominspektorats, kurz ESTI, eine besondere Dienststelle der Electrosuisse, erfolgreich abgeschlossen werden können, gilt es, bereits in früheren Phasen des Projekts die Weichen richtig zu stellen.

"Die Mittel- und Niederspannungsanlagen, die den Ceneri mit Strom versorgen, müssen den Vorschriften des Eidgenössischen Starkstrominspektorats entsprechen. Diese Prüfung ist im September 2019 erfolgt." Mathias Brand, Leiter BU Infrastructure, Mitglied cablex Geschäftsleitung. 

Projektierung
"Bereits während der Projektierungsphasen ist darauf zu achten, dass die einzusetzenden Komponenten für sich wie auch das Gesamtsystem am Ende der schweizerischen Gesetzgebung entsprechen. Hierfür müssen sämtliche Anlagen sowie Installationen genauestens spezifiziert und geplant werden", erklärt Quality Manager Max Hickel.

Fertigung
"Der Nachweis der Einhaltung dieser Spezifikationen erfolgt mittels Prüfprotokollen und/oder Konformitätserklärungen seitens der verschiedenen Hersteller, welche die Einhaltung der gesetzlichen beziehungsweise normativen Anforderungen bestätigen. Diese müssen zum Zeitpunkt der Prüfungen vorliegen", so Jörg Jucker vom Quality Management.

Montage
Nach der Einbringung der Anlagen in den Tunnel beziehungsweise in die Bahntechnikgebäude gilt es, die korrekte Montage wie auch die entsprechenden Anschlüsse sicherzustellen.

Dies erfolgt im Ceneri-Projekt mehrstufig:

  • Die korrekte Arbeitsausführung wird seitens der verantwortlichen Montagegruppe mittels einer Checkliste, der sogenannten Montagekontrolle, geprüft und bestätigt.
  • Das Qualitätsteam der CPC überprüft anschliessend die plankonforme Ausführung und erstellt entsprechende Kontrollberichte. Neben allfälligen Montagefehlern wird hierbei auch auf Beschädigungen geachtet. Abweichungen werden rückgemeldet und durch die Montageteams zeitnah korrigiert.
  • Einzelne Komponenten, deren Überprüfung nicht trivial oder nicht mittels Sichtprüfung durchführbar ist, werden durch Spezialisten geprüft, z.B. durch Isolationsmessungen an Mittelspannungskabeln.
  • Für Niederspannungsinstallationen müssen zudem sogenannte Sicherheitsnachweise erbracht werden, die bestätigen, dass die elektrische Installation den Anforderungen der NIV entspricht.

 Auch diese Dokumente müssen zum Start der technischen Kontrollen durch das ESTI sowie Electrosuisse vorliegen, um die Gesetzeskonformität der elektrischen Installation nachzuweisen.

Herausforderung
Die Herausforderung bei der Qualitätssicherung und Nachweisführung lag und liegt darin, bei der Vielzahl der eingesetzten Komponenten und geforderten Dokumente, die Übersicht auf Vollständigkeit und Korrektheit zu behalten und diese zeitgerecht zur Hand zu haben. Die grosse Menge an zu erstellenden "Papieren" dient neben der Vertragserfüllung in erster Linie der Sicherstellung der Personensicherheit und der Funktion des Gesamtsystems "Ceneri-Basistunnel", erklären die Quality Manager Jörg Jucker und Max Hickel.

Den Film zum Beitrag gibt es Ende Oktober 2019.

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