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18.06.2020  /  Carolin Primerova
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Eine Zentrale zieht um.

Die Swisscom Zentrale in der Hauptpost am Bahnhofsplatz in Schaffhausen muss umziehen – und mit ihr alle 50 000 Anschlüsse. In acht Nachtumschaltungen behalten drei Kupferspleisser und zwei CFS-Schaltmonteure einen kühlen Kopf und die Übersicht über tausende Adern und Verbindungen.

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Mit nur noch 5000 aktiven Kupferverbindungen ist der Platzbedarf der Zentrale zukünftig weitaus geringer als zuvor. Deshalb werden die grossen Räumlichkeiten im zweiten Obergeschoss des Postgebäudes nicht mehr benötigt. Markus Oehler, Head of Team Network Planning, Construction & Operations fasst den Hintergrund zur Nachtumschaltung zusammen. 


Die Swisscom Zentrale in Schaffhausen, im zweiten Obergeschoss des Postgebäudes, gleich gegenüber dem Bahnhof, beherbergt 50 000 Kupferanschlüsse. Da die Region Schaffhausen bereits zu einem grossen Teil mit Glasfaser erschlossen ist, werden von den 50 000 Kupferverbindungen nur noch rund 5000 Anschlüsse benötigt. Die meisten der 5000 noch aktiven Kupferadern werden als Powerleitungen genutzt, die die Signalumwandler (mCANs) in Schächten und Hausanschlusskästen mit Strom versorgen.

Was ist eine mCAN? Bei mCANs handelt es sich um Signalumwandler. Glasfaserkabel werden entweder bis zum Strassenschacht (Fibre to the Street) oder bis zum Hausanschlusskasten (Fibre to the Home) verlegt. Die letzten Meter vom Schacht oder dem Hausanschlusskasten bis in die Wohnung, legt das Signal über ein Kupferkabel zurück – und genau hier kommt die mCAN ins Spiel: Die mCAN wandelt das optische Signal (Lichtsignal), das über das Glasfaserkabel geleitet wird, in einen elektrischen Impuls um und überträgt diesen auf das Kupferkabel.

Mit nur noch 5000 aktiven Kupferverbindungen ist der Platzbedarf der Zentrale zukünftig weitaus geringer als zuvor. Deshalb werden die grossen Räumlichkeiten im zweiten Obergeschoss des Postgebäudes nicht mehr benötigt. Sie sind inzwischen neu vermietet und alle Swisscom Installationen müssen bis Mitte Juli vollständig zurückgebaut worden sein. Ab dann wird sich die neue Zentrale, ebenso wie der bereits bestehende Kabelstollen, im Untergeschoss des Postgebäudes befinden.

Die Nachtumschaltungen.

Die Nachtumschaltungen finden einmal pro Woche statt. Dadurch wird die mit der Netzunterbrechung einhergehende Beeinträchtigung der Kunden so gering wie möglich gehalten.

"Am Tag der Umschaltung sind das Spleisser-Team und die CFS-Schaltmonteure bereits um 19.00 Uhr vor Ort", erklärt Oehler, Head of Team Network Planning, Construction & Operations. "Bis 23.00 Uhr werden die letzten Handgriffe zur Vorbereitung der Nachtumschaltung getätigt, gleichzeitig werden erste Arbeiten für die Umschaltung in der Folgewoche durchgeführt." 

Leere Adern werden aussortiert.

Im Vorfeld der Nachtumschaltung werden die Kupferadern, die aus der alten Zentrale kommen, überprüft und ausgeleuchtet. Die Kabel des neuen Hauptverteilers werden auf die Spleisspunkte durchgeprüft. Dadurch wird sichergestellt, dass vor der Umschaltung alle bestehenden Verbindungen zwischen der Zentrale und dem Spleisspunkt stimmen. Markus Oehler erklärt: "Die nicht geschalteten, leeren Adern kann man vorgängig schon trennen und 'in Streifen ziehen'.

Darunter versteht man das Vorsortieren der Kupferkabel. Dabei werden immer vier Adern in ein Loch eines Lochstreifens mit jeweils 20 Löchern eingefädelt. So weiss man später, welche Ader welcher Nummer zugeordnet ist. Bei diesen Arbeiten müssen die Kupferspleisser eine vorgeschriebene Reihenfolge der Kabel, die sogenannte Kabelordnung, einhalten.

Diese Vorbereitungen dienen dazu, die Adern später im Zuge der Umschaltung wieder korrekt miteinander zu verbinden. Bevor um 23.00 Uhr die eigentliche Umschaltung beginnen kann, werden noch die letzten Arbeitsvorbereitungen getroffen. Alle Spleissmuffen müssen ausgepackt und zum Spleissen vorbereitet werden. Die Muffenböden werden montiert und am richtigen Ort platziert.

"Die Vorbereitungen für die jeweilige Nachtumschaltung findet immer eine Woche im Voraus statt", erklärt Markus Oehler, Head of Team Network Planning, Construction & Operations. "Die Umschaltung selbst ist für den Zeitraum von 23.00 Uhr nachts bis 5.00 Uhr morgens angesetzt." Innerhalb dieser Zeit kommt es bei den Kunden zeitweise zu Unterbrechungen.

Um 23.00 Uhr werden alle Kabel getrennt.

In der dritten von acht Nachtumschaltungen erfolgt die Umschaltung von zwei 2 400er und einem 600er Kabel. Alle werden um 23.00 Uhr getrennt und abgesägt. 

Die schweren Kabel werden vor dem Spleissen "ausgeschlauft". Das bedeutet, dass die Kabel im Muffenkeller so angeordnet werden, dass sie nicht ineinander verschlungen oder überkreuzt liegen. Dadurch ist im Fall einer Störung oder Beschädigung der freie Zugang zum Kabel gewährleistet. Jedes der Kabel enthält 2 400 beziehungsweise 600 Kupferadernpaare. Die Muskelkraft des ganzen Spleisser-Teams ist gefragt, um die sperrigen, meterlangen Kabel gemeinsam an den richtigen Platz zu bewegen.  

Nach der Trennung um 23:00 Uhr, werden die Adern nach den Vorgaben der Spleisstabelle wieder miteinander verbunden "gespleisst". Jeder der drei Kupferspleisser arbeitet an einer Muffe, so ist das Team schnell, effizient und bringt die Kunden möglichst rasch wieder ans Netz. Durch diese Arbeitsaufteilung können sich die Männer auch dezentral organisieren und die Corona-bedingten Abstandsregeln einhalten.

Parallel zum Spleissen werden durch die CFS-Schaltmonteure die Überführungen geschaltet. Sobald ein Teil der Verbindungen wiederhergestellt ist, überprüft die sogenannte Koordinationsstelle, ob die mCANs, die mit den Kupferadern verbunden sind wieder hochgefahren werden können (die mCAN wird durch Kupferadern mit Strom versorgt). So kann unmittelbar auf eventuelle Fehler reagiert werden.

Das Arbeiten an solch grossen Kabeln ist nicht mehr alltäglich und erfordert ein gewisses Mass an Routine. Bei allen acht Umschaltungen wurden bewusst die gleichen Monteure eingesetzt, die sich so perfekt aufeinander abstimmen konnten. Das Lesen der Spleisstabellen, die zum Teil mehrere Seiten lang sind, erfordert die volle Konzentration der cablex Spezialisten. Durch ihren hervorragenden und engagierten Einsatz konnten alle Umschaltungen planmässig und professionell durchgeführt werden.

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