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08.05.2020  /  Martina Strazzer
news

Lernende in Zeiten von Corona.

Gute Zukunftsperspektiven stehen im Fokus.

In der Corona-Krise haben sich in jedem Tätigkeitsbereich von cablex Veränderungen ergeben. Die Arbeitsbedingungen wurden in den letzten Wochen vielerorts angepasst. Die Aufgaben werden nun vom Homeoffice aus bearbeitet, Teams auf der Baustelle arbeiten mit Schutzausrüstung und einige Kolleginnen und Kollegen können ihrer Tätigkeit sogar gar nicht nachgehen. Schwierig ist die Situation auch für unsere Lernenden. Wir haben nachgefragt, wie sie diese aussergewöhnliche Zeit erleben.

Bei cablex absolvieren in diesem Jahr 52 Lernende ihre Ausbildung zum Netzelektriker/-in EFZ mit Schwerpunkt Telekommunikation, Elektro-Installateur/-in EFZ oder Montage-Elektriker/-in EFZ. Davon befinden sich 17 Lernende im ersten Lehrjahr, 17 im zweiten und 18 im dritten oder vierten Lehrjahr.

Wir haben mit Joshua, Rafael und Toni über die besondere Ausbildungssituation in Zeiten von Corona gesprochen. Alle drei Lernenden absolvieren bei cablex die Ausbildung zum Netzelektriker mit Schwerpunkt Telekommunikation. Joshua und Rafael sind im ersten Lehrjahr und Toni ist im dritten Lehrjahr und schliesst seine Lehre im Sommer 2020 ab. Die Gründe für die Berufswahl sind unterschiedlich. Während Joshua die Arbeit im Freien mit den schönen Ausblicken von der Antenne und Freileitung aus schätzt, gefällt Rafael die Vielseitigkeit in seinem Beruf. Toni war bei cablex zunächst temporär beschäftigt. Die Arbeit und seine Kolleginnen und Kollegen hat er rasch zu schätzen gelernt und sich entschlossen, seine Lehre bei uns zu absolvieren.

Die Berufsschulen sowie die Ausbildungsstätte für die überbetrieblichen Kurse (ÜK) bleiben bis zum 7. Juni 2020 geschlossen. Die Vermittlung der theoretischen Kenntnisse vonseiten der Berufsfachschulen erfolgt nun einmal wöchentlich als Homeschooling. Mit ihren cablex Berufsbildnern kommunizieren die Lernenden hauptsächlich über die Plattform Microsoft Teams (über das Tablet) oder über das Handy.



Wie muss man sich den Ablauf im digitalen Klassenzimmer vorstellen?

Joshua: "Wir arbeiten im Moodle, einem virtuellen Kursraum. Der Lehrer hinterlegt dort für uns Aufträge und informiert uns per E-Mail über sämtliche Aktualisierungen. Wir lösen die Aufgaben, die teilweise mit einer Zeitmessung hinterlegt sind, und informieren den Lehrer per E-Mail, wenn wir die Bearbeitung abgeschlossen haben. Der Lehrer nimmt anschliessend eine Benotung vor. Ich finde diese Lernplattform, ehrlich gesagt, nicht ideal, da man darin keinen Dialog führen oder Verständnisfragen stellen kann."

Joshua an seinem Werkstattplatz in Oftringen.

Rafael: "Wir kommunizieren mit dem Berufsschullehrer ausschliesslich über die Plattform Microsoft Teams. Dies funktioniert sehr gut, auch wenn es natürlich nicht vergleichbar ist mit einem regulären Unterricht im Klassenzimmer. Die Stimmung unter den Lernenden aber ist nach wie vor sehr gut."

Toni: "Zu Beginn der Corona-Krise haben wir mit Zoom gearbeitet. Wir konnten den Berufsschullehrer aber schnell von Teams überzeugen. Bei mir steht nun die Vorbereitung auf die praktische Abschlussprüfung im Vordergrund. Dafür erhalte ich von meinem Berufsbildner ebenfalls Übungen über Teams."

Alle Lernenden mit eigenem Pkw sind wie gewohnt auf der Baustelle im Einsatz, um den praktischen Tätigkeiten nachzugehen und diese weiterhin zu erlernen. Die vom BAG vorgeschriebenen Schutzmassnahmen liessen es bislang nicht zu, dass mehrere Personen in einem Auto zur Baustelle fahren.

Wie kann gewährleistet werden, dass ihr die praktischen Grundkenntnisse für eure Berufe trotzdem erlernt?

Joshua: "Die Zentrale in Unterentfelden kann ich mit dem Velo erreichen. Dort konnte ich unter anderem Power-Messungen durchführen. Ansonsten stehen uns in Oftringen vier Tage pro Woche Werkstattplätze zur Verfügung. Dort können wir unter Anleitung unseres Berufsbildners praktisch arbeiten."

Rafael: "Für uns wurde in Dielsdorf eine Übungswand bereitgestellt, an der wir praktische Arbeiten durchführen können. Aufgrund der begrenzt zugelassenen Personenzahl erfolgt der Einsatz nach einem vorgegebenen Plan zwei- bis dreimal pro Woche. Ich stehe regelmässig per Telefon mit meinen Kolleginnen und Kollegen in der Region in Kontakt und wenn Baustellenarbeiten in der Nähe stattfinden, erreiche ich diese mit den öffentlichen Verkehrsmitteln."

Toni bei seiner täglichen Arbeit auf der Baustelle.

Toni: "Ich habe ein eigenes Auto und arbeite ohne Einschränkungen auf der Baustelle. Wir sind oft in denselben Teams eingeteilt und wenden die erforderlichen Schutzmassnahmen konsequent an. Vor meinen Prüfungen kann ich voraussichtlich noch einen Repetitionskurs zum Thema Lichtwellenleiter (LWL), Kupfer und Messtechnik besuchen, um die Prüfungsthemen nochmals zu festigen und mich so gut wie möglich vorzubereiten."

Der Bund hat entschieden, dass in diesem Jahr für die EFZ- und EBA-Abschlüsse (Qualifikationsverfahren) keine schriftlichen Abschlussprüfungen stattfinden. Die bis Ende des ersten Semesters 2019/2020 erzielten Semesterzeugnisnoten fliessen in die Gesamtbeurteilung ein. Auch für das Frühjahrssemester 2020 werden keine Zeugnisnoten erteilt.

Die praktischen Prüfungen finden entsprechend dem Prüfungsplan in KW 24+25/2020 statt. Jedoch werden nur die Schwerpunktthemen Telekommunikation (Kupfer, LWL und Messtechnik) geprüft. Die Prüfungen erfolgen zudem in kleineren Gruppen mit jeweils vier Lernenden.

Toni, wie sieht es für dich konkret aus? Kannst du dich auf diese Art und Weise richtig oder besser gesagt ausreichend auf die Prüfungen vorbereiten?

"Für mich ist der Ausfall der theoretischen Prüfungen kein Problem, da ich gute Semesternoten habe. Ich finde den Entscheid auch richtig, da man sich zu Hause nicht so gut vorbereiten kann wie in der Schule. Ich finde es allerdings schade, dass in der Presse zu lesen ist, den Lernenden werde mit diesem Vorgehen die Prüfung beziehungsweise der Abschluss schon fast geschenkt. Die praktischen Prüfungen mit den drei Schwerpunktthemen Kupfer, LWL und Messtechnik für die Netzelektriker/-innen finde ich gut. Hier können wir unter Beweis stellen, was wir auf den Baustellen in den letzten Jahren alles gelernt haben. In der Schule liegt der Schwerpunkt zu rund 70 Prozent auf den Bereichen Energie und Strom und zu 30 Prozent auf Telekommunikation."

Die drei Lernenden sind trotz Corona-Bedingungen sehr motiviert und fühlen sich angesichts der besonderen Situation dennoch sehr gut betreut. Natürlich hoffen wir alle, ab Mitte 2020 wieder unter normalen Betriebsbedingungen arbeiten zu können. Bisher haben alle cablexianerinnen und cablexianer bewiesen, dass sie krisentauglich sind und in schweren Zeiten weiterhin ihr Bestes geben. Alle Projekte und Tätigkeiten werden mit viel Herzblut und Engagement abgewickelt und der Team-Spirit überdauert die Krise. Herzlichen Dank an alle!

Unseren Lernenden wünschen wir weiterhin viel Motivation und Durchhaltevermögen sowie für die anstehenden Prüfungen alles Gute und natürlich viel Erfolg!

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