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cablex AG | Tannackerstrasse 7 | 3073 Gümligen |

26.11.2019  /  Carolin Primerova
news

Von Kupfer auf Glasfaser – so funktioniert die Umschaltung.

Netzausbau in Zermatt

Wenn in der Zwischensaison die Strassen von Zermatt wieder beziehungsweise noch schneefrei sind und weniger Touristen den Ort besuchen, halten in dem bekannten Walliser Bergdorf die Baumaschinen Einzug. Vor atemberaubender herbstlicher Kulisse installiert cablex im Auftrag von Swisscom in zwölf Losen 250 Micro Cans (mCAN). An 130 Standorten wird die Glasfaser bis ins Gebäude (Fiber to the Building, FTTB) verlegt, und an 120 Standorten verläuft sie bis zum nächsten Schacht (Fiber to the Street, FTTS). Die Bauzeit des Projekts beläuft sich auf drei Jahre, da die Bauarbeiten im autofreien Zermatt nur in den Monaten Mai und Oktober durchgeführt werden dürfen. 

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cablex erklärt am Beispiel von Zermatt, was bei der Umstellung auf Glasfaser passiert und worin der Unterschied zwischen FTTS und FTTB besteht.


Der Netzausbau in Zermatt ist seit Mai 2019 in vollem Gange. Bisher gab es in der Gemeinde noch kein bestehendes Glasfasernetz (LWL Netz). Die neuen Glasfaserkabel müssen somit zuerst von der Zentrale am Ortseingang in die bereits bestehenden Swisscom Rohranlagen eingezogen werden.

Sobald das Glasfaserkabel bis in den jeweiligen Schacht verlegt ist, baut das cablex Team von Daniel Mutter, Bauleiter FTTS, FTTB Oberwallis, die Glasfaser Muffe und die Micro Can (mCAN) in den Schacht ein. Dabei speist das Glasfaserkabel über die LWL Muffe die mCAN. Nach der Überprüfung des Signals der LWL Leitung, kann die mCAN provisorisch (mittels Stromaggregat) in Betrieb genommen werden.

Foto: Einbau der Glasfaser Muffe (unten)

Die obere, bereits installierte Muffe ist eine UCN 2s 7-10 Kupfermuffe. Muffen schützen die Spleissstellen vor äusseren Einflüssen, wie zum Beispiel Wasser.

Weitere Arbeiten im Schacht:

  • Erstellen der Schachtordnung
  • Beschriftungen der Kupferkabel
  • Erstellen der Schachterdung falls diese nicht vorhanden ist

Das oberste Kabel ist das LWL Zubringerkabel, welches von der LWL Muffe gespeist wird. Das zweite und dritte Kabel von oben markieren jeweils den Ein- und Ausgang des Kupferkabels, mit dem die mCAN zwischengeschaltet wird. Die untersten zwei Kabel stellen die Stromversorgung der mCAN sicher. Das kürzere der beiden Kabel dient der provisorischen Inbetriebnahme der mCAN. Das längere Kupferkabel wird bei der späteren, definitiven Einspeisung über die Zentrale benötigt.

Die Umschaltung Step by Step.

Bis der Kunde von der schnellen Signalübertragung der Glasfaser profitieren kann, müssen drei Phasen der Inbetriebnahme erfolgreich abgeschlossen werden: Die provisorische Inbetriebnahme, die definitive Inbetriebnahme und der Vorverkürzungscheck. 

Die provisorische Inbetriebnahme.

Die provisorische Inbetriebnahme verläuft nach der Montage der LWL Muffe und der mCAN. Mit einem Stromaggregat wird die mCAN provisorisch über eine App in Betrieb genommen. Nach der provisorischen Inbetriebnahme wird das Aggregat abgehängt und der Schacht geschlossen. Nun wird an den Planer des Netzausbaustandorts gemeldet, dass die Installationen im betreffenden Schacht bereit für die Umschaltung sind. Die Wartezeit zwischen der provisorischen Inbetriebnahme der mCAN und der Umschaltung (definitive Inbetriebnahme) beträgt mindestens fünf Wochen, damit die Kunden darüber informiert werden können, dass es im Rahmen der Umschaltung zu einer vierstündigen Unterbrechung des Swisscom Anschlusses kommt.

Die definitive Inbetriebnahme.

Am Tag der definitiven Inbetriebnahme (Umschaltung von Cu) sind die Monteure bereits früh vor Ort, damit sie den Schacht öffnen- und das für die Umschaltung benötigte Material bereitstellen können. Für die Umschaltung haben sie nur vier Stunden Zeit.

Die definitive Inbetriebnahme verläuft in mehreren Schritten. Im ersten Schritt, direkt vor der Umschaltung, wird der aktuelle Status der angeschlossenen Router mithilfe einer App überprüft.

Das Signal wird, wie bis anhin, über das Kupferkabel direkt bis zum Router geleitet. Ziel: Erfassen des Router-Status vor der Umschaltung als Vergleichsmöglichkeit (Vorher-nachher-Vergleich).

Im zweiten Schritt (nach der 4 stündigen Unterbrechung) wird das Signal immer noch ausschliesslich über das bestehende Kupferkabel übertragen doch jetzt wird die mCAN zwischengeschaltet (eingeschlauft). Konkret bedeutet dies, dass das Signal über die Kupferleitung zur mCAN und von der mCAN über das bestehende Kupferkabel bis zum Router geleitet wird.

Während dieser Tests, wird die mCAN über das bestehende Kupferkabel von der Zentrale mit Strom versorgt und nicht mehr über einen Aggregat. Mittels App kann man so feststellen ob alle Kunden wieder am Netz sind.

Auch an der mCAN werden alle Daten nochmals kontrolliert ( LWL,Power usw.).

Vorverkürzungscheck

Nach der definitiven Inbetriebnahme wird noch ein Verkürzungscheck gemacht. Diese Kontrolle wird durchgeführt um zu überprüfen, ob der Kunde über den Richtigen Kontakt der mCAN läuft bzw. ob das Signal über die mCAN zum Kunden gelangt.

Nach dem Vorverkürzungscheck wird die mCAN "verlängert" laufen gelassen. Dabei wird das Signal immer noch über das Kupferkabel der Zentrale gesendet. In dieser Phase wird getestet, ob die Powerleitungen einer Belastung von bis zu 2 Amper und circa 380 Volt bei einem Kabelquerschnitt von 0.4 – 0.6 Quadratmillimeter standhalten. Nach der 20-tägigen Testphase wird die mCAN automatisch über Nacht "verkürzt". Ab diesem Moment wird das Signal von der Zentrale, über das neue Glasfaserkabel, an die mCAN im Schacht vor dem Haus geleitet.

Für den Kunden bedeutet das, dass er ab sofort von einer deutlich schnelleren Internetverbindung profitieren kann. Statt über eine Distanz von bis zu zwei Kilometern, wird das Signal nur noch über eine maximale Strecke von 500 Metern über Kupferkabel geleitet. Mit dem Ausbau des Glasfasernetzes können die Kunden Datenraten von bis zu 500 Mbit pro Sekunde profitieren.

Fiber to the Building – FTTB.

Da es in Zermatt viele Häuser mit mehreren Wohneinheiten gibt, ist der Anteil an FTTB Losen im Netzausbau Projekt in Zermatt hoch. Die Planung, an welchem Standort FTTB effizienter ist, erfolgt im Voraus durch das cablex Engineering.

FTTB bedeutet, dass die mCAN die das Signal von der Glasfaser auf das Kupferkabel überträgt, im technischen Raum des Gebäudes untergebracht ist. Das Glasfaserkabel wird hier sogar bis ins Haus verlegt. Nur über die letzten Meter vom Technikraum bis in die Wohnung wird das Signal über ein Kupferkabel geleitet. Theoretisch bieten alle FTTS/B Standorte die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt von FTTS/B auf FTTH umzurüsten.

Schema FTTB

 

Wie funktioniert der FTTB Ausbau?

Der FTTB Ausbau ist nahezu identisch mit dem FTTS Ausbau. Der einzige Unterschied besteht darin, dass sich die Installationen im Haus und nicht im Schacht befinden.

Vorteile

  • noch kürzere Kupferleitungen bis zum Router ermöglichen noch höhere Übertragungsraten
  • der Strom für die mCAN kann vom allgemeinen Strom abgenommen werden
  • die Anlage befindet sich im Gebäude und ist nicht den Witterungen ausgesetzt

Das blaue "Mini FS" ist das Glasfaserkabel, welches in den Hausanschlusskasten geleitet wird. Dieses wird von der LWL Verteil-Speisung gespeist. Der rote Teil des Kabels wird als Kabelreserve in Schlaufen gelegt und in der Kassette in der Mitte des Kastens gespleisst. Das weisse Kabel auf der linken Seite ist das Glasfaserkabel, das vom Hausanschlusskasten in die mCAN geleitet wird. Hier findet dann die Signalumwandlung und Übertragung auf das Kupferkabel statt.

Das passiert in der mCAN: Das optische Signal (Lichtsignal), das über die Glasfaser im Schacht eintrifft, wird von der mCAN in einen elektrischen Impuls umgewandelt. Der elektrische Impuls wird auf das Kupferkabel übertragen und zum Wohnungsanschluss weitergeleitet.

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