Mann auf Freileitungsmast

Glasfaser Point-to-Multipoint via Freileitung.

Die Erschliessung der Häuser in Wolhusen mit Glasfaser erfordert keine Werklöcher und nur kleine bauliche Massnahmen. Dominik Sigrist lobt diesbezüglich die gute Kooperation mit den Kunden vor Ort: "Sie sind alle sehr dankbar, wenn wir kommen. Die Abstimmung läuft problemlos".

Carolin Rabea Primerova 1-1
11.07.2022
Autor Carolin Primerova

Die Gemeinde Wolhusen im Kanton Luzern kennen viele durch die Berichterstattung über die verheerenden Schäden, die Ende Juni 2021 ein Hagelsturm hinterliess. Die Reparaturen an den Hausdächern sind bis heute noch im Gange, gleichzeitig erfolgt die Erschliessung der Gemeinde mit Glasfaser bis ins Haus.

Damit für den Netzausbau in Wolhusen möglichst wenig Baumassnahmen erforderlich sind, wird sie mit der Point-to-Multipoint Technologie (XGS-PON) ausgebaut. Spricht man von XGS-PON, dann ist damit die "Splitter-Technologie" gemeint. Sie macht es möglich, dass man mit einer Faser bis zu 32 Kunden versorgen kann, wohingegen im klassischen FTTH-Ausbau nur ein Kunde mit einer Faser bedient werden konnte. Gleichzeitig kann jedem Kunden eine Bandbreite von 10 Gigabit pro Sekunde angeboten werden

Plan zur Machbarkeit der Erschliessung

Für maximale Signalleistung.

Das Glasfaserkabel wird über Freileitungsmasten zum Haus geführt und danach bis zur OTO Dose der zu erschliessenden Immobilie verlegt. Beim Kabelzug via Freileitung sind die Monteure daran gebunden, den Biegeradius von 125 Millimetern einzuhalten. Diese Vorgabe von Swisscom dient dazu, die Signaldämpfung möglichst gering zu halten, um eine maximale Signalleistung zu gewährleisten.

Interessant:

Das montierte Glasfaserseil enthält Kevlar, eine hitzebeständige, leichte Synthetikfaser mit hoher Zugfestigkeit. Aus diesem Grund kann bei der Installation der Freileitung auf das oft eingesetzte Trägerseil verzichtet werden. Dadurch ist es möglich direkt am Kabel "abzuspannen". Dazu wird eine Abspannspirale eingesetzt.

Glasfaserkabel mit Kevlar

Herausforderung inhouse-Infrastruktur.

Bei älteren Gebäuden stellt die bestehende inhouse Infrastruktur oftmals eine Herausforderung dar: Würde man die bestehenden Installationen (im Haus) für den Einzug des Glasfaserkabels nutzen, würde das Kabel zu stark abgebogen- und das Signal gedämpft werden.

Bei der Erschliessung der Häuser in Wolhusen wurde mit den Eigentümern vereinbart, das Glasfaserkabel über die Hausfassade einzuführen. Diese baulichen Gegebenheiten müssen bereits während der Planung berücksichtigt- und mit den Kunden abgesprochen werden. "Die Abstimmung mit den Hauseigentümern in Bezug auf die Baumassnahmen ist in den meisten Fällen problemlos", lobt Dominik Sigrist die Kooperationsbereitschaft der Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde.

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