"Wer heute Ladeinfrastruktur baut, installiert nicht einfach ein paar Ladesäulen. Hinter jedem Projekt stehen Bewilligungsverfahren, Netzbetreiber, Eigentümerschaften, Tiefbau – und Herausforderungen, die kein Pflichtenheft voraussieht."
Ein Hotel-Parkplatz am Thunersee, zwei öffentliche Schnellladestationen, ein Kreisel im Bau und ein Lüftungsschacht, der eigentlich keine Lastwagen durchlässt: Was nach einer ungewöhnlichen Verkettung von Zufällen klingt, ist in Wirklichkeit eine Geschichte darüber, wie gutes Projektmanagement aus Herausforderungen Lösungen entwickelt. Im Auftrag der evpass AG, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Shell (Switzerland) AG, hat cablex in Hünibach bei Thun eine öffentliche Ladeinfrastruktur realisiert.
Wer in der Schweiz Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge auf fremdem Grund realisieren will — sei es als Energieunternehmen, Tankstellenbetreiber, Gemeinde oder Hotelbetrieb — stösst früher oder später auf dieselben Fragen: Wie kommt der Strom an die Ladesäule? Wer übernimmt die Verantwortung, wenn die Planung an neue Gegebenheiten angepasst werden muss? Und wie bringt man Tiefbau, Netzbetreiber und Inbetriebnahme so zusammen, dass am Ende ein einziges, funktionierendes Ganzes entsteht? Das Projekt Hünibach gibt darauf eine sehr konkrete Antwort.
cablex realisiert Schnellladestationen für Shell-Tochter evpass
Hinter dem Hotel/Restaurant Chartreuse AG in Hünibach, direkt am Thunersee, betreibt die evpass AG seit der Fertigstellung drei öffentliche Ladestationen: zwei Schnelllader mit je 66 kW Leistung sowie eine Standardladestation mit 11 kW. Die beiden öffentlichen Schnelllader hinter dem Hotel gehören damit vermutlich zu den leistungsstärksten öffentlichen Ladepunkten am Ort — ausreichend, um ein Elektrofahrzeug innerhalb von rund einer Stunde vollständig zu laden.
Die Anlage verfügt über einen eigenen, direkten Netzanschluss des regionalen Energieversorgers BKW: 200 Ampere Dauerlast garantiert, erweiterbar auf 250 Ampere. Das ist kein technisches Detail am Rande, sondern der eigentliche Kern dieser Geschichte.
Ladeinfrastruktur-Projekte beginnen selten am Reissbrett mit der perfekten Lösung — sie beginnen mit einer Idee, die sich in der Praxis bewähren muss. Ursprünglich war vorgesehen, die Ladestationen stromtechnisch über das benachbarte Hotel anzubinden: ein naheliegender Ansatz, da die Infrastruktur bereits vor Ort vorhanden schien. Erst im Verlauf der Detailplanung zeigte sich der tatsächliche Aufwand einer Anbindung über das Hotel — Grund genug, eine Alternative zu prüfen.
Für viele Projekte wäre das der Moment, an dem Verzögerungen, Mehrkosten und endlose Abstimmungsschlaufen beginnen. Bei cablex war es der Moment, an dem die eigentliche Projektarbeit erst richtig losging.
"Wer heute Ladeinfrastruktur baut, installiert nicht einfach ein paar Ladesäulen. Hinter jedem Projekt stehen Bewilligungsverfahren, Netzbetreiber, Eigentümerschaften, Tiefbau – und Herausforderungen, die kein Pflichtenheft voraussieht."
Daniel Berger, Projektleiter bei cablex, begab sich vor Ort, um eine Alternative zu erarbeiten. Gemeinsam mit dem Netzbetreiber BKW wurde geprüft, ob die Ladestationen unabhängig vom Hotel mit einem eigenständigen Direktanschluss versorgt werden könnten. BKW beurteilte die Lösung als realisierbar — und das Ergebnis übertraf am Ende sogar den ursprünglichen Plan: Die neue, unabhängige Anbindung erwies sich als technisch vorteilhaft, sauber und zugleich kostengünstiger als die ursprünglich vorgesehene Anbindung über das Hotel.
Was das Projekt positiv beeinflusste, war eine Verkettung glücklicher Umstände, die cablex konsequent nutzte: Im Bereich des Hotelparkplatzes wurde zur gleichen Zeit die bestehende Strassenkreuzung zu einem Kreisverkehr umgebaut. Dieser Umbau erforderte ohnehin eine Umlegung bestehender Stromzuleitungen. Im Rahmen der Abklärungen zeigte sich, dass auch BKW im hinteren Bereich — also in Richtung Hotel-Parkplatz — Tiefbauarbeiten vorbereiten wollte.
cablex erkannte das Potenzial dieser Überschneidung und koordinierte die Arbeiten so, dass beide Vorhaben in einem einzigen Bauschritt erledigt werden konnten. Entlang der Hotelzufahrt wurden gleichzeitig zwei Kabelschutzrohre verlegt: eines für die Stromzuleitung zu den Ladestationen, eines für die Anpassung der BKW-Infrastruktur an die neue Kreiselsituation. Das sparte Zeit, verhinderte doppelte Grabarbeiten und reduzierte den Aufwand für alle Beteiligten — vom Netzbetreiber bis zum Hotelbetrieb, dessen Parkplatzbetrieb so nur einmal statt zweimal beeinträchtigt wurde.
Ein Beispiel für gelungenes Stakeholder-Management: Die Grabarbeiten entlang der Hotelzufahrt wurden bewusst in die Schulferien gelegt, in die Nebensaison des Hotels, um die Beeinträchtigung für Gäste und Betrieb so gering wie möglich zu halten.
Auch handfeste, bauliche Überraschungen blieben nicht aus. Im Einfahrtsbereich des Hotels quert ein Lüftungsschacht die Zufahrt zum Parkplatz — ausgelegt für eine Traglast von rund 3,5 Tonnen. Ein beladener Lastwagen mit Verteilerkasten (500 bis 600 Kilogramm) oder Ladestationen hätte dieses Limit deutlich überschritten.
Die Lösung war so unkompliziert wie eindrücklich: Statt über den Parkplatz wurden Verteilerkasten und Ladestationen direkt von der Strasse aus mittels Hebekran mit einem 42 Meter langen Ausleger eingehoben und installiert — präzise, ohne Kompromisse und ohne Risiko für die bestehende Infrastruktur.
Projekte mit mehreren Beteiligten scheitern selten an der Technik — meist an der Schnittstelle. In Hünibach lag die Gesamtprojektleitung durchgehend bei cablex: von der Offerten-Erstellung über die Baugenehmigungen, die Abstimmung mit dem Hotelier als Verpächter der Parkflächen, die Koordination mit BKW bis hin zur betriebsbereiten Übergabe an evpass.
Für den Auftraggeber bedeutete dieses Modell vor allem eines: ein zentraler Ansprechpartner für alle Projektphasen — von der ersten Offerte bis zur betriebsbereiten Anlage — und keine Notwendigkeit, selbst zwischen Tiefbauunternehmen, Netzbetreiber und Behörden zu vermitteln. Die Ladeinfrastruktur selbst gehört Shell/evpass als Auftraggeberin und Betreiberin der Anlage — das Hotel stellt ausschliesslich die Parkfläche zur Verfügung.
"Komplexe Projekte brauchen keinen Verwalter. Sie brauchen einen Partner, der Verantwortung übernimmt, Lösungen entwickelt und alle Beteiligten sicher ans Ziel führt."
Das Projekt Hünibach ist kein Einzelfall, sondern exemplarisch für die Realität vieler EV-Ladeinfrastruktur-Vorhaben in der Schweiz: Ob Betreiber wie Shell/evpass, Gemeinden, die öffentliche Ladepunkte schaffen wollen, oder Hotels und Gastronomiebetriebe, die ihren Gästen Lademöglichkeiten bieten möchten — die Herausforderungen ähneln sich. Netzanschlüsse sind selten so einfach, wie sie auf dem Papier aussehen. Bewilligungsverfahren, Eigentumsverhältnisse und parallel laufende Bauprojekte in der Umgebung beeinflussen Zeitplan und Budget. Und am Ende zählt, ob ein Projektpartner in der Lage ist, auf unerwartete Situationen mit echten Lösungen zu reagieren.
Genau das ist der Massstab, an dem sich cablex bei der Realisierung von Ladeinfrastruktur messen lässt: von der ersten Standortanalyse über die Abstimmung mit dem Netzbetreiber bis zur betriebsbereiten Übergabe — als ein Ansprechpartner, eine Verantwortung, eine Lösung.
Ob öffentlicher Schnelllader, Flottenladelösung oder Ladeinfrastruktur für Ihre Liegenschaft: cablex begleitet Sie von der ersten Standort- und Netzabklärung bis zum laufenden Betrieb. Kontaktieren Sie unser Smart-Energy-Team für eine unverbindliche Erstanalyse Ihres Projekts.
Starten Sie kostenlos und unkompliziert. In einem 45-minütigen Vor-Ort-Gespräch analysieren wir Ihre Ausgangslage und besprechen Ihre Ziele. Auf dieser Basis erstellen wir Ihren Masterplan.