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Kontrolle von circa 47 000 Holzmasten jährlich!

Es existieren in der Schweiz, vor allem in ländlichen Gebieten, circa 500 000 Freileitungsmasten aus Holz. Im Rahmen der Grundversorgung aller Schweizer Bürgerinnen und Bürger muss Swisscom in allen Gebieten den Zugang zum Telefonnetz und die Datenübertragung gewährleisten. Die oberirdische Zuleitung ist meist die Variante mit den tiefsten Kosten. Die Masten, die eine im wahrsten Sinne des Wortes tragende Rolle dieses oberirdischen Systems spielen, müssen gemäss ESTI (Eidgenössisches Starkstrominspektorat) im Zehnjahresrhythmus kontrolliert werden. Daher widmen sich jedes Jahr zwischen März und Oktober gut zwei Dutzend Technikerinnen und Techniker vom Customer Field Service der Kontrolle von circa 47 000 Masten.

06.12.2020
Autor Martina Strazzer

Mastkontrolle im Kanton Bern.

Werner Aebi, ICT-Techniker im CFS-C-Team, hat uns zu einer Mastkontrolle im Kanton Bern mitgenommen und zeigt uns, worauf es ankommt.

Der Mast als Holzkonstruktion.

Solch ein Holzmast für die Telefonleitungen ist sieben bis vierzehn Meter hoch. Drei Schweizer Imprägnierwerke sind für die Herstellung und Auslieferung dieser Träger verantwortlich. Der Abstand von Mast zu Mast beträgt in der Regel 35 bis 50 Meter. Holzmasten müssen im Schnitt alle 40 Jahre ersetzt werden, können aber bei guter Holzqualität und je nach Bodenbeschaffenheit aber auch weit über fünfzig Jahre alt werden. In Berggebieten gibt es sogar Exemplare, die über 100 Jahre alt sind.

Die Rolle der AVOR.

Welche Netze im jeweiligen Jahr zu kontrollieren sind, entscheidet Swisscom. Man unterscheidet zwischen Netz- und Zwischenkontrollen. Im Rahmen der Netzkontrollen wird jedes Anschlussnetz alle zehn Jahre überprüft. Halbfaule Masten, die sich in gefährdeten Gebieten befinden (zum Beispiel in der Nähe von Häusern oder Wegen) und die zuletzt vor fünf Jahren untersucht wurden, unterzieht man zusätzlich einer Zwischenkontrolle.

Bevor das Technikteam mit der Kontrolle beginnen kann, muss die AVOR (Planung und Arbeitsvorbereitung) gewisse Vorarbeiten leisten. Sie stellt die Pläne bereit, generiert die Arbeitspakete pro Netz und plant die Zuteilung auf die einzelnen Mitarbeitenden.

Voraussetzungen für die Kontrollarbeiten.

Unsere Kollegen vom Customer Field Service sind auf eine sehr gute körperliche Fitness angewiesen, und sie sollten Freude am Laufen haben. Schliesslich geht es vor allem in den ländlichen Gebieten oftmals bergauf oder bergab. Dazu gehören das richtige Schuhwerk, lange Hosen und bei Bedarf ein Regenschutz oder eine Sonnenbrille und Sonnencreme. Die SUVA-Richtlinien schreiben vor, diese Arbeiten bei Regen und Gewitter zu verschieben.

Des Weiteren sind folgende Punkte zu beachten.

  • Vor dem Betreten eines Privatgrundstücks muss man sich nach Möglichkeit anmelden.
  • Sollten sich Hunde, Kühe oder andere Tiere in der Nähe des betreffenden Masts aufhalten, muss die Kontrolle eventuell verschoben werden.
  • Kann die Mastprüfung nicht durchgeführt werden, muss ein Foto erstellt und eine Bemerkung in der App hinterlegt werden.
  • Durchläuft die Freileitung gefährliches Gelände (sehr steiles Gefälle, Felsen etc.), sind zwei Personen für die Mastkontrolle einzuplanen.

Was wird kontrolliert?

Bei der Mastkontrolle wird der Mast nie bestiegen. Sollten Reparaturarbeiten an der Freileitung erforderlich sein, werden diese Tätigkeiten mit der Business Unit Corporate Business von cablex koordiniert. Als Erstes erfolgt eine allgemeine Sichtkontrolle der Stangen, dann werden sie vom Boden bis auf eine Höhe von circa zwei Metern mit einem Hammer abgeklopft. Bei einem Mast mit trockenem Holz lässt ein heller Ton auf gesundes Material schliessen, und ein dumpfer, matter Ton lässt angegriffenes Holz erkennen. Ausserdem wird der Mast durch kräftiges Stossen, quer zur Leitungsrichtung, in mässige Bewegung gesetzt. Wird dabei unmittelbar über dem Boden ein knisterndes Geräusch hörbar, ist das ein Hinweis darauf, dass das Holz faul ist.

Die wichtigste Kontrolle.

Die wichtigste Kontrolle ist die Prüfung mit dem Mastkontrollgerät.
Dessen Bohrnadel hat einen Durchmesser von drei Millimetern. Zuerst ermittelt man mittels Bohrung den Holzdurchmesser.

Im Anschluss wird eine Bohrung im 30-Grad-Winkel sowie eine zweite um 90 Grad versetzt in der Tag/Nachtzone durchgeführt. Dabei misst man den Holzwiderstand. Ist dieser hoch, so ist das Holz gesund, ist er niedrig, so ist der Mast faul. Das Resultat wird mit "gut", "halb faul" oder "faul" direkt auf dem Kontrollgerät angezeigt. Ein fauler Mast wird mit einem Kreuz in schwarzer Farbe gekennzeichnet, ein halbfauler Mast mit einem schrägen Strich.

Verarbeitung der Kontrollergebnisse.

Die Ergebnisse der Mastkontrolle werden von der Technikerin oder vom Techniker über das Tablet oder Handy vor Ort im System eingepflegt. Dafür steht die eigens entwickelte App "PoleInspector" zur Verfügung. Für jede Überführungsstange (UST) erhält die Technikerin beziehungsweise der Techniker von der AVOR vor der Kontrolle ein Arbeitspaket im csv-Format, das in die App übertragen wird. Darin sind bereits etwaige Beschädigungen am Mast erfasst.

Die Messresultate werden via Bluetooth vom Mastkontrollgerät direkt in den "PoleInspector" übertragen. Auch Fotos von faulen Masten und deren Umgebung müssen aufgenommen und gespeichert werden.

Am Ende des Arbeitstages werden sämtliche Arbeitspakete via E-Mail an die AVOR zurückgesandt, die die Daten aufbereitet und an Swisscom übergibt (an die Abteilung INI-NET)

Swisscom überprüft die gelieferten Daten und beauftragt bei Bedarf das Team von cablex bei Bedarf, Reparatur-, Austausch- oder Ausastarbeiten auszuführen. Jährlich werden schweizweit ca. 4000 faule Masten ausgewechselt.

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